Biotoppflege

Biotoppflege - Erhalt der Bergwiesen am Erzgebirgskamm

Das Engagement des Förderverein Natura Miriquidica e.V. für den Natur- und Umweltschutz konzentriert sich mit der Durchführung regionaler Projekte auf die Probleme an der Basis, dort wo sie sichtbar und vor allem angreifbar sind. Dazu gehört auch die sich aktuell dramatisch verschlechternde Situation der Bergmähwiesen am Erzgebirgskamm.
Die Tätigkeit des Menschen prägt nun schon seit Jahrhunderten die Landschaft unseres Erzgebirges. Zu den wohl auffälligsten „Errungenschaften“ zählen die Bergwiesen, die nach der Besiedlung und Bewirtschaftung auf den ehemals fast flächendeckend vorhandenen bewaldeten Flächen entstanden sind. Der Bergbau verschlang riesige Mengen an Holz, auch bemühte sich der siedelnde Erzgebirger, immer mehr Flächen ackerbauerlich zu nutzen. Eine kurze Vegetationsperiode, hohe Niederschläge und geringe Sommertemperaturen verhinderten und verhindern zum Teil noch heute im Bergland ab etwa 500 Metern Höhe aber einen wirtschaftlichen Ackerbau. Viehzucht und die damit verbundene Wiesenwirtschaft prägen deshalb die Landschaft. Vielfach entwickelten sich zudem keine Rittergüter sondern eine vielfältige kleinbäuerliche Nutzung der Offenflächen im Nebenerwerb. Schafe und Ziegen wurden tagsüber geweidet, Milchkühe blieben ganztägig im Stall und erhielten das nach und nach gemähte Grünfutter. Auf diese Weise entstanden im Erzgebirge einzigartige Bergwiesenflächen, auf denen teilweise über 100 Blütenpflanzenarten heimisch wurden. Die Situation vieler Bergwiesen und ihr Pflegemanagement sind aktuell aber als kritisch einzustufen.
Der Förderverein pflegt deshalb zahlreiche Wiesen (insgesamt ca. 1,5 ha) im Bereich von Rübenau (siehe Übersichtskarte), deren natürliche Vielfalt durch Nutzungsaufgabe oder Intensivbewirtschaftung verlorenzugehen droht. Dazu zählen Bereich in unmittelbarer Nähe zu Siedlungsflächen ebenso wie Renaturierungsflächen und Wiesen mit erheblicher Steilhanglage. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit befinden sich die Wiesen im Besitz des Vereins oder es liegen dauerhafte Pflege- und Nutzungsvereinbarungen mit uns vor. Ziele sind Erhöhung der Biodiversität, die Erhöhung der Strukturvielfalt und die Sicherung der Biotopvernetzung. Dazu müssen die Flächen per Hand gemäht und das Mähgut beräumt werden. Die gewonnene Biomasse wird vorzugsweise zu Heu für die Vereinstiere umgewandelt, unter ungünstigen Bedingungen auch kompostiert. Finanziert werden die Maßnahmen über das EU-Förderprogramm Natürliches Erbe – (RL NE/2007) Teil B Wiederkehrende Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt (NE) des Freistaates Sachsen und aus Eigenmitteln des Vereins.

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